Frage

Menschen sind in ihren Selbsterwartungen gefangen: Gesundheit, gutes Aussehen, sich was leisten können, gut dastehen, glücklich sein… Eigenheim, Familie, Auto, Hund und Trallala.
Kommen diese Erwartungen wirklich originär aus ihnen selbst, oder wurden sie durch kulturelle/politische/gesellschaftliche Indoktrination quasi in die Seelen eingeimpft? Sind Menschen nur Gefäße, die mit jedwedem Scheiß, jeder Ideologie und Mode aufgefüllt werden können?


 

35 Gedanken zu “Frage

  1. Sind sie. Aber nicht nur mit jedem Scheiß, es gibt auch durchaus nahrhafte Kost, abseits der gängigen Vorstellungen von Glück. Was genau das bedeutet, ist sehr individuell, das darf ein jeder selbst herausfinden.

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    • ich lebe mit dem alkoholismus. nicht viel anders als andere süchtige mit ihrem suchtmittel. was gibt es da zu leugnen?
      scheiße ist halt, dass sehr viele menschen eine sehr negative/abwertende haltung gegenüber suchtkranken einnehmen. oder sie denken verkürzt über das problem sucht nach, indem sie nur die negativen auswüchse sehen. wenn ich also sage, dass ich ein alkoholiker bin, denken bestimmt nicht wenige sofort an die damit verbundenen negativen und schrecklichen narrative vom penner mit der schnapsflasche oder vom aggressiven alkoholiker, der seine mitmenschen tyrannisiert.
      ich plädiere für eine offenere einstellung der gesellschaft zu den suchtkrankheiten. angst und vorurteile halte ich für dumm und schädlich in den menschlichen beziehungen. leider ist es in vielen fällen besser, seine suchtkrankheit zu verschweigen…, weil die gesellschaft mit doppelbödiger moral bzw. verlogen mit dieser thematik umgeht.

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      • Lieber Bonanze, du bist einer der wenigen Menschen, die ihr Alkoholproblem nicht leugnen. Ich finde, es nicht gut, dass du trinkst, aber ich finde es gut, dass du dir und anderen nichts vormachst und so klug bist, dass Problem als solches zuerkennen. Das kann nicht jeder. Viele Leute glauben nämlich, dass sie gar kein Problem damit haben. Sie können und wollen sich das nicht eingestehen. Ich finde es nur geschmacklos von Bloggern die an sich wissen, dass du ein Problem damit hast und dich mit ihren Kommentaren eigentlich noch bestärken, weiter zu saufen. Dein und ihr Problem wird verharmlost und verniedlicht.
        Das nicht jeder Alkoholiker ein Penner ist, weiß ich auch alleine. Das ist ja auch das Problem der meisten, die sich ihre Sucht nicht eingestehen wollen. Diejenigen, die jeden Tag an der Flasche hängen aber sauber und gepflegt sind und ein scheinbar normales Leben führen. Jeder soll trinken so viel er will, ich werde nur dann ungemütlich, wenn mich jemand unter Alkoholeinfluss, weil die Hemmschwelle fällt, beleidigt oder mich sonst wie blöd anmacht. Heutzutage wird man schief angeguckt, wenn man sagt, man trinkt keinen Alkohol. Ich finde es auch nicht gut, wenn man mit seinem Alkoholkonsum/Alkoholproblem hausieren geht. Du hast dir da ein ganz blödes Image zugelegt und dir von dem Bukowski zu viel abgeschaut. Denkst du, nur weil er ein genialer Schriftsteller war, soll man ihm seine Schwäche verzeihen?

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      • du siehst mich falsch, freni. ich brauche schon lange niemanden mehr, der mich zum trinken ermuntert. es soll alkoholiker und andere suchtkranke geben, die „trotzdem“ ihr leben meistern, und das nicht scheinbar, sondern wirklich! bukowski war z.b. einer von diesen menschen… und menschen wie du, entschuldige, dass ich das sage, setzen viel zu sehr den focus auf die krankheit oder die vermeintliche schwäche eines menschen. ich sehe lieber auf die stärken eines mitmenschen und auf seine ausstrahlung, auf seine menschlichkeit…
        gerade die schwächen machen menschen interessant und liebenswert.
        aber okay. du hast eine ganz andere perspektive auf das thema als ich. ich verstehe, dass du wahrscheinlich derart argumentieren musst. ich brauche aber weder mitleid noch eine anerkennung dafür, dass ich mich als alkoholiker oute. ich bin es einfach, und ich lebe selbstbewusst mein leben, womöglich mehr als dies viele nicht-alkoholiker oder nicht-suchtkranke tun!

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      • Du hast mich doch neulich als treue Leserin gelobt. Was denkst du, warum ich schon so lange deine Beiträge lese und auch manchmal gerne kommentiere? Nicht, weil ich Mitleid mit dir habe oder dein Alkoholproblem abstoßend finde, sondern weil ich DICH mag und deine Beiträge einfach gerne lese. Obwohl bei dir nicht viel passiert, bin ich immer neugierig worüber du schreibst, was dich beschäftigt und erfreut oder verärgert ☺️
        Die Figuren in meinen Geschichten haben auch mehr Schwächen als Stärken. Aber ich finde sie liebenswert, so wie dich 😉

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    • im übrigen halte ich das in der gesellschaft gebräuchliche narrativ des krank seins für überarbeitungsbedürftig. es ist zu sehr damit verknüpft, dass von außen, also von anderen menschen konstatiert wird, man sei krank. darauf fußt unsere gesamte gesundheitswirtschaft. ich bin der meinung, dass in diesem räderwerk nicht nur krankheiten festgestellt werden, sondern auch erzeugt werden… es gibt real keinen vollkommen gesunden menschen.
      darum im übrigen auch dieser behandlungswahnsinn, die übertherapierung… der focus liegt in diesem system nicht auf dem menschen, sondern auf der krankheit, also z.b. der krebs, das virus etc. wunderbar in der jetzigen corona-pandemie zu beobachten…, wie alle auf das virus und die fallzahlen starren, aber nicht wirklich auf die menschen und die menschliche gesellschaft.
      und beim alkoholismus liegt die sache ähnlich – sofort liegt der focus auf der suchterkrankung und nicht mehr auf dem menschen.

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  2. Ich proste dir in Gedanken zu (auch weil ich ein schlechtes Mädchen bin)! Momentan noch mit grünem Tee… Nur soviel zu diesem allem…: ich bin genau deiner Meinung. ich könnte jetzt hier noch ganz viel schreiben, doch ich habe sehr wenig Zeit. vielleicht ein anderes Mal.

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  3. Nachdem ich mir nun alle Kommentare und auch die „Überschrift“ durchgelesen habe, fällt mir nicht mehr viel dazu ein. Es ist eigentlich alles gesagt. Der Mensch mag ein Gefäß sein. Je stärker er mental ist, desto mehr füllt er sich selbst mit Dingen die gut für ihn sind. Als junger Mensch eher schwierig, da wird erstmal von der Erziehung (meist konservativ) und der Umwelt (Scheinmoral) gefüllt. Bis nichts mehr reinpasst. Ja, sicher, da kann schon mal der Griff zum Alkohol kommen um das Völlegefühl zu betäuben. Oder illegale Drogen, wobei illegal nur deshalb, weil sie steuerfrei sind. Mit Glück übergibt man sich, das Gefäß ist leer und man kann von vorne anfangen. Mit guten Dingen. Das kommt, denke ich, selten vor. Vielmehr scheint die Betäubung, das Vergessen, am Start zu sein. Und ja, „der Mensch“ wird in die moralisch „guten“ Dinge hineingepresst: Schickes Auto, Eigenheim, Kinder, einen Baum pflanzen, toller Job. Wie langweilig!? Wenn mir nichts besseres einfällt, dann mache ich genau das! Lemminge. Irgendwann merke ich es (vielleicht) und greife zu DROGEN. Um zu vergessen, betäuben..siehe oben. Ein Kreislauf.

    Alkohol finde ich nicht schlimmer als Cannabis, LSD, Tabak oder sonstiges.., wie auch der regelmäßige Arztbesuch, Tabletten essen, obwohl ich nicht krank bin. Ich selbst weiß am besten was gut für mich ist. Solange ich niemandem schade, kann ich mir einwerfen was ich möchte, es geht niemanden etwas an, was ich mache, wie oft ich es tue und wie gut es mir tut. Wer bestimmt, was Drogen sind? Diese Doppelmoral in unserer Gesellschaft langweilt mich. Der Umgang damit zählt. Der eine konsumiert mehr, der andere weniger oder gar nicht. Manche sind nur mit Alkohol kreativ, können nur dann arbeiten, weil sie ein bestimmtes Level benötigen. Ist das schlimm? Für mich nicht. Bei allem darf man nur den Respekt davor nicht verlieren. Wissen, wann es genug ist. Wissen, wie weit man gehen kann. Das ist wichtig. Schon die Naturvölker nahmen Drogen zu sich.

    Sicher, es gibt auch negative Auswirkungen, Gewalt, verbale Verletzungen etc.. Habe ich auch alles erlebt, doch deshalb verteufle ich den Alkohol nicht. Der Alkohol selbst kann nichts dafür. Es ist immer der Mensch der daraus etwas schlechtes machen kann. Schlußwort zum Montag.

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