Es ist eine Weile her

Februar 1962 wurde Norddeutschland von der schwersten Sturmflut ever heimgesucht. Als Krisenmanager sammelte der damalige Hamburger Polizeisenator Helmut Schmidt Punkte für seine politische Karriere. Ich selbst befand mich noch im Niemandsland, oder besser: mich gab es da noch nicht. Es sollte aber nicht mehr lange dauern, dass durch ein Ereignis, welches man gemeinhin als „Kindermachen“ bezeichnet, mein Schicksal seinen Lauf nahm. Von Marilyn Monroes tragischem Tod und der Kubakrise kriegte ich trotzdem nichts mit. Ich strampelte im Bauch meiner Mutter vor mich hin, bohrte schon damals gern in der Nase und harrte der Dinge, die da kommen. Ich hatte es nicht eilig. Der Kinderarzt aber schon, weil er in seinen Skiurlaub wollte. Und so verpasste er meiner Mutter kurzerhand eine Spritze, welche die Geburt beschleunigte. Ich war keine leichte Geburt, erzählte mir meine Mutter später. Und die doofe Spritze hatte zur Folge, dass die Muttermilch schlecht wurde und abgepumpt werden musste. Meine Mutter hätte eine Menge Milch für mich gehabt. Sie bedauerte sehr, dass sie mich nicht säugen konnte. C`est la vie. Mutter ist inzwischen tot, an der Flasche hänge ich immer noch. Auch mein Dickschädel, welcher ihr die Geburt so schwer und schmerzhaft machte, sitzt noch auf meinem Hals. In vielen grundlegenden Dingen veränderte sich in den vergangenen 58 Jahren nichts oder nicht viel. So fragte ich mich auch heute, als ich erwachte: Was soll das?!?


22 Gedanken zu “Es ist eine Weile her

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