Es geht immer weiter…

Unser Büro-Küken heißt Laura, Studentin, Anfang Zwanzig. Ein reizendes Ding. Sie hilft im Posteingang, wo die ganzen Tumorfälle (noch) per Papiermeldungen hereinkommen und ins System eingespeist werden müssen. Am Donnerstag kam sie besonders schick in knallengen Jeans, geschminkt und roten Lippenstift aufgetragen. Die Hühner machten ihr Komplimente und fragten nach dem Grund, worauf Laura ausweichend antwortete. Als sie mit einer Frage an meinen Schreibtisch kam, wollte ich ihr auch ein Kompliment machen, verkniff es mir aber dann…
Und sonst: 3 Tage Büro, 2 Tage Homeoffice. Eine gute Mischung. Im Homeoffice fällt es mir zunehmend schwer, meine Arbeitsmoral hochzuhalten. Im Büro dagegen kann ich dem Abfall meiner Arbeitsmoral mit meiner Anwesenheit am Arbeitsplatz einen besseren Anstrich geben – nach dem Motto: wer da ist, der arbeitet per se, was freilich absolut nicht der Fall ist. Einige Hühner sind spitze darin, sich durch die Zeit zu quatschen.
Mit Uli, meiner neuen Bürokollegin, verstehe ich mich ganz gut. Allein ihre Verbissenheit kann nerven. Dabei erzählen und lachen wir viel. Weil sie einen langen Arbeitsweg hat (ca. 1,5 Stunden), wäre sie auch gern im Homeoffice. Es sei sehr unangenehm, in Corona-Zeiten mit den Öffis unterwegs zu sein, sagt sie, viele Leute achteten überhaupt nicht auf Abstand und trügen keinen Mundschutz. Ich verstehe Uli. Ich befinde mich derzeit in der privilegierten Situation, Homeoffice machen zu dürfen, und gleichzeitig bin ich innert 10 Minuten mit dem Fahrrad am Arbeitsplatz. Wenn es machbar wäre, würde ich den Firmen-Laptop mit ihr teilen… Ich dachte ja, dass inzwischen Neid und Missgunst etwas nachließen bei den Kollegen und Kolleginnen, denen das Homeoffice versagt blieb, aber sie nahmen eher zu. Ich wünschte, sie würden alle ihren Laptop kriegen – dann wäre endlich Ruhe im Karton! Vielleicht, wenn die 2. Welle kommt, wird der Geschäftsleitung gar nichts anderes übrigbleiben.

Okay, erstmal wieder Wochenende. Kurzfristig Hochsommer in ganz Deutschland. Das Damoklesschwert der 2. Welle über uns.

 

12 Gedanken zu “Es geht immer weiter…

  1. 3/2 ist eine gute Mischung. Im Moment bin ich komplett zu Hause, aber ab September soll es genau das bei uns auch geben. Das wäre mir sehr recht. Ich kann allerdings auch gut zu Hause arbeiten, mache da sogar mehr als im Büro (Grossraum, 30 Handeln – laut. Aber oft auch lustig).

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    • wir haben büros, die wir meist zu zweit belegen. es bleibt also recht intim. allerdings habe ich gern die tür offen, und so dringt oft das „gegackere“ der anderen an unsere ohren. ich mag diese lebendigkeit… natürlich in grenzen.
      momentan kann ich selbst entscheiden, welche tage ich im büro oder zuhause im homeoffice verbringe. anfangs war ich überwiegend im ho. inzwischen pendelt sich das zu einer „gesunden“ mischung ein.
      ich schrieb nicht, dass ich im ho weniger arbeite als im büro. wahrscheinlich bin ich trotz sinkender arbeitsmoral im ho effektiver, wenn ich mir die fallzahlen angucke, die ich abarbeite. trotzdem fühle ich mich aber schlechter… möglicherweise liegt das zum teil an der missgunst der kollegen und kolleginnen. aber es ist auch die entfremdung vom arbeitsplatz, die eine rolle spielt, das fehlende ritual des ankommens und abschieds vom arbeitsplatz – wie ich es schrieb: wenn ich das büro betrete. bin ich auf arbeit, egal, ob ich dann schon arbeite oder nicht. zuhause ist das ganz anders…, falls du verstehst, was ich meine.

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  2. Wir haben auch Zweier-Büros, aber die dürfen nur mit einer Person besetzt sein (wg. Abstandsregel). Nach dem Urlaub wird es so weitergehen, wie die zwei Wochen davor – 2 Tage Büro, 3 Tage HO. Das fände ich persönlich auch für die Zukunft ein gutes Modell. Mal sehen, ob es genehmigt wird. Offiziell sind es bei uns nur 2 HO-Tage. Momentan ist aber alles wg. Corona ausgehebelt. Sommerhitze macht mich gerade ziemlich schlapp.

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    • homeoffice ist bei uns erst durch corona eingeführt worden und wird wahrscheinlich danach wieder verschwinden, falls es ein danach geben wird.
      wir sollten auch vorerst alleine im büro sitzen, dürfen aber seit einiger zeit wieder ein büro teilen, wenn beide zustimmen.

      in berlin ist es erst seit gestern wirklich „heiß“, mit max. 28° im vergleich mit den temperaturen in südlicheren teilen deutschlands aber noch relativ erträglich. und ab morgen sowieso wieder kühler.
      schlapp fühle mich aber auch.

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  3. Ich kann auch nicht komplett im Home Office arbeiten, dazu muss ich zu viel ausdrucken und auf dem Postweg an Geschäftspartner versenden. Allerdings bin ich in der priviligierten SItuation, über einen eigenen geschäftlichen Laptop zu verfügen, so dass ich mich von zu Hause aus über eine VPN-Verbindung auf dem Büro-Server einwählen zu können.

    Anfangs fand ich die Möglichkeit des Home Office toll. Doch leider gehöre ich zu den Arbeitnehmern, die von zu Hause aus eher noch mehr arbeiten als im Büro. Die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit vermischen sich, und ich kann mich schlecht abgrenzen, habe immer mehr zu tun, als ich schaffen kann und das Gefühl, nie wirklich frei zu haben. Ganz gefährlich. Daran muss ich arbeiten …

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    • ja, das mit den unklaren grenzen fühle ich auch in dieser corona bedingten homeoffice-phase. zeitlich mehr arbeiten im homeoffice? nein, so sehr liebe ich meine berufliche tätigkeit dann auch nicht.

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