19 Gedanken zu “TV-Tipp

  1. Wieso Militär? „Die Faszination der Viererreihe“ und überhaupt das geregelte und das Gruppendasein, das einem Wert und Macht verleiht und der Organisation in gewissen Bahnen Effizienz (auch wenn die meisten Teilnehmer einfach durch aktives Herumlungern glänzen), nicht umsonst wenden Polizei und Feuerwehr usw. daran orientierte Organisationsmethoden und Verhaltensweisen an.
    Wieso Krieg? Nun, eine Frage wäre: wieso Gewalt? Und wenn diese, dann ist die organisierte Form doch praktisch, man ist dem einzeln agierenden Schläger (ein ohnehin eher seltenes Phänomen) allein schon an Gewaltpotential überlegen. Tja, und das läßt sich halt bis zum Abwurf der Atombomben steigern…
    Außerdem übt Krieg, erlaubte, exzessive Gewaltanwendung offenbar eine gewaltige Faszination aus. Die Teilnehmer erleben außer militärisch organisierter Langeweile Macht, Rauschzustände, ja, Freude (Stahlgwitter Ernst Jüngers…). Bis sie halt selber dran sind. Aber gerade diese Möglichkeit steigert ja offenbar noch die Angstlust und dann eben auch die Gnadenlosigkeit dem Gegner und dem widerlichen Zivilisten gegenüber wie in allen Kriegen, oft genug geplant und organisiert, aber auch sonst, erlebt. Man denke an die Exzesse in Bürgerkriegen vor allem – ja, ein Beispiel ist gar nicht lange her und weit weg – oder wie sich nicht nur aber insbesondere auch japanische Soldaten in den eroberten Gebieten benahmen.
    Ja, und dann war da noch… was spielen Kinder, insbesondere Jungs? Ritter und Indianer waren beliebt und nahm man ihnen die Spielzeugwaffen weg, so nahmen sie Stöcke oder bauten Legopistolen…
    Das ist gewiß auch eine kulturelle Prägung, aber ich bin überzeugt: nicht nur. Sondern diese Gewalt- und Kampfbereitschaft, die dahinterliegende Aggression und Furcht, der Wunsch, das alles spielerisch zu üben stecken ganz tief drin. Und es ist fraglich, im Moment scheint ja eher das Gegenteil modern zu sein, ob es überhaupt bei allergrößter Bemühung gelingen kann, uns da wegzubekommen. Sicher nicht indem man darüber faselt, dass es doch Unsinn sei, Atombomben zu haben und sie dann nicht einzusetzen oder überall auf der Welt sein Militär hinzuschicken um den guten Leuten dort zu helfen, endlich Frieden zu halten.

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    • ich lehne militärisches gehabe und krieg ab. ich lehne ebenso gewaltanwendungen anderer formen ab. das mag unrealistisch erscheinen, wenn man das verhalten einiger menschen betrachtet, die sich offenbar an gewalt berauschen oder mittels gewalt vorteile erringen wollen. ich halte gewaltausübungen für äußerst primitiv. aber sie finden täglich statt. in einer welt, die aus den nähten platzt, wird frieden unter den staaten und unterschiedlichen gesellschaftlichen/religiösen/ideologischen gruppen immer dringlicher. frieden wird auf kurz oder lang für das überleben der menschheit alternativlos. das schlachtfeld erde ist nicht unendlich groß. intelligente lösungen bei konflikten sind zunehmend gefragt. die militärische waffengewalt mitsamt der glorifizierung des soldatentums halte ich schlicht für pervers. aber vielleicht sind wir menschen im innern abartig(?) ich will lieber daran glauben, dass wir menschen mitttels vernunft und liebe zu einer im großen und ganzen friedlichen welt finden. scheiß drauf, wie lächerlich menschen wie du einen solchen idealismus womöglich finden.
      eigentlich sollten unser verstand plus unser heutiger wissensstand längst ausreichen, um die notwendigkeit von krieg und militär ad absurdum zu führen. aber zu viele menschen sind nach wie vor blind in ihrem machtstreben und materialistischem wahn.

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  2. Hi, den Punkt „… Ob es … gelingen kann, uns da wegzubekommen“ überlesen? – ich finde den militärischen Aufzug keineswegs gut, ob Säbel oder Atombombe, sondern zweifle nur (und zur Zeit besonders) dran, dass wir auch nur in der Nähe einer Lösung sind, da im Moment (ähnlich übrigens Naturschutz) Pazifismus komplett aus der Mode geraten scheint. Leider! – aber ich denke doch, damit müssen wir realistisch umgehen.

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    • kann sein, dass ich das überlas…
      ich schätze mich als ziemlich realistischen menschen ein – und die realitäten gefallen mir nicht, die ich sehe. darum wünsche ich mir eine welt, welche werten, die meiner ansicht nach dem menschsein stärker gerecht werden, mehr raum einräumt. ist freilich philosophisch… die menschen sollten sich langsam mal entscheiden, was sie wollen. gewalt und untergang oder menschlichen fortschritt und frieden(?) wir haben nicht unbegrenzt zeit…
      ich beobachte seit einigen jahrzehnten leider auch diese regressiven entwicklungen was friedensbewegung und naturschutz angeht. dafür verantwortlich mache in der hauptsache den global zunehmenden kapitalismus bzw. materialismus. bevor wir den nicht überwinden, wird es schwer mit der besseren welt im sinne der freiheitsrechte und der gerechtigkeit sowie einem respektvolleren umgang mit unserem lebensraum und der natur.
      ich schwanke dahingehend zwischen einem irrationalem hoffnungsgesang und brutaler schwarzmalerei. schon als junger mensch war ich ziemlich enttäuscht von der welt um mich herum… vielleicht will ich mir jetzt im zuge des alt werdens noch einen funken hoffnung bewahren. vielleicht sehe ich erst jetzt in vollem umfang, worum es geht, bzw. was auf dem spiel steht. ich weiß nicht. was bedeutet mensch sein?

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      • Die gute alte Brücke ist auch nicht schlecht… Ich kenne die Einstellung aus den Erzählungen der Alten, nur eine GEneration vor mir. Sie brauchten Jahrzehnte, um darüber reden zu können. Bis auf die, deren Einstellung sich kein Deut gewandelt hat und die in ihren alten Jobs weitermachten und im gleichen Stil als Lehrer, Offizier, Dozent, Geschäftsführer, Jurist, Polizist…
        Unter den Nazis wurden ganz offen schwülstig – bewundernde Gedichte mit „Magie der Viererreihe“ gebildet und er gute alte Kästner schrieb: „die Dummheit marschiert in Viererreihen.“

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      • ein fall von herdendummheit. das alleine wäre nicht schlimm, wenn sie nicht mit gewalt und diskriminierung einhergehen würde. viele kompensieren dadurch ihre minderwertigkeitsgefühle. die gruppe/truppe gibt ihnen halt und identifizierung – dazu noch tumbes männlichkeitsgebaren. bei pubertierenden normal… aber danach reichlich abartig. man(n) spielt krieg. ehre, freiheit – wir sterben für das vaterland! was geht in diesen köpfen vor sich?
        welche geistige selbstvergewaltigung findet da statt?
        oder deutlicher: wer hat denen ins hirn geschissen!?

        meine eltern erlebten den krieg als jugendliche. mein vater kam knapp um den kriegsdienst herum. traumatisiert waren sie sicher auch von der sogenannten heimatfront. mein vater schwieg. meine mutter erzählte manchmal von den luftangriffen, den ausradierten häusern in der nachbarschaft, familien, die in ihren kellern erstickten, von den horden kriegsgefangenen, die wie vieh durch die straßen getrieben wurden…
        ich schwanke zwischen widerwillen und erstaunen, dass es menschen gab, die auch nach dem krieg keinen deut von ihrer nazi-einstellung abwichen. und dann die heutigen neonazis (nicht nur in deutschland) – es ist einfach unfassbar, wie eine solche menschenverachtende ideologie immer noch bei menschen auf offene türen stößt.

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