Herzlichen Glückwunsch zum Virus

Ich will nicht sagen, dass ich glücklich über die Pandemie bin. Die Entwicklungen muten doch recht unheimlich an, seitdem das Virus das Land erreichte, in dem ich wohne/arbeite/lebe. Vorher waren es Berichte von weit entfernten Orten in China. Als dann Italien betroffen war, mussten die europäischen Staaten realisieren, dass es vor Covid-19 kein Entkommen gab. Es brauchte keine große Hellseherei. Das Virus verbreitet sich allzu leicht in einer von Menschen wimmelnden und vom Mobilitätswahnsinn erfassten Welt. Der unsichtbare Feind überflutet die Erde in Wellen, bis er jeden Quadratmeter eingenommen hat. Die Pandemie wird noch tausende Menschenleben kosten. Da es keinen Impfstoff gibt, kann man die Erkrankungsgefahr lediglich durch das Vermeiden sozialer Kontakte mindern. Der träge Behördenapparat in einem föderalen System wie der Bundesrepublik Deutschland ist für eine flächendeckende Einleitung der notwendigen Schutzmaßnahmen total ungeeignet. Von den Hampelmännern/-Frauen in der Politik will ich gar nicht reden. Die meisten Maßnahmen, die nun langsam ins Rollen kommen, waren längst überfällig. Mal wieder ein Paradebeispiel dafür, wie wenig vorausschauend die Politik agiert. Dazu ein Mangel an gesundem Menschenverstand. Covid-19 steht nicht an der Tür und klopft an… Du erkennst ihn erst als Gast, wenn es bereits zu spät ist.
Warum sollte ich also glücklich über diese Pandemie sein? Dieser Feind ist äußerst unheimlich und nicht ganz so harmlos, wie uns anfangs weißgemacht wurde. Und doch kann ich eine gewisse Freude nicht verhehlen: Endlich ein Ereignis, welches wenigstens kurzfristig dem Größenwahn der Spezies Mensch Einhalt gebietet und unsere kapitalistische Welt mit ihrem Wachstumsdenken und seinen Machtstrukturen in Frage stellt… Freilich wird nach der Krise alles so weiterlaufen wie bisher. Ein Tor, wer sich ein Umdenken erhoffte.

 

25 Gedanken zu “Herzlichen Glückwunsch zum Virus

  1. Mit den aktuellen Maßnahem war ja zu rechnen, d.h. Unis, Schulen, Kitas schließen, Großveranstaltungen canceln, die kleinen Veranstaltungen ebenso. Nachdem man mir gestern mitgeteilt hat, dass bis nach Ostern keine Training mehr stattfinden wird, war ich auch etwas erleichtert. Denn im Laufe der Woche hatte ich im normalen Trainingsbetrieb mit ca. 100 Menschen relativ nahen Kontakt. Und die Winterferien liegen in Me
    MeckPom grade hinter uns, das heißt, einige Familien waren mit Sicherheit auch auf Urlaubsreise. jetzt lehne ich mich bis nach Ostern erst mal zurück und hoffe darauf, dass der „Krampf“ sich langsam wieder löst.

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  2. Achja..Entscheidungen in der Politik waren bestimmt nicht leicht. Erst nachdem die WHO die Pandemie ausgerufen hatte, ging alles schnell. Der Föderalismus in unserem Land wurde in dem Zusammenhang nie negativ diskutiert. Man konnte ja sehen, dass alles Bundesländer trotzdem alle an einem Strang zogen.
    Wie werden jetzt, wie du schon geschrieben hast, wieder mal geerdet und ich befürchte, dass das aber, wie du auch schon geschrieben hast, nicht lange vorhalten wird. Nach der Finanzkrise sah es anfangs ja auch so aus, aber wer einen Trump wählt, hat wieder einen Ignorant auf den höchsten Posten der Welt gesetzt.

    Aber weil ich grade vom Trump rede. Er kommt jetzt in arge Schwierigkeiten. Er kann für die Sicherheit seines Landes auf den Coronavirus nicht mit einem Mauerbau reagieren und er kann auch keine alternativen Fakten mehr schaffen. Er muss sich jetzt anstrengend und immer das verlautbaren, was der Wahrheit entspricht. Und noch was kann ihn treffen. Großveranstaltungen dürfen unter diesen Bedingungen auch in Amerika nicht durchgeführt werden. Aber ein Herr Trump braucht die Bühne für seinen Wahlkampf.

    Iregendwie lache ich mich deshalb auch ins Fäustchen. Wenn der Coronavirus Trump zu Fall bringt, dass hat wohl eine „höhere“ Macht ihn in Umlauf gebracht😉

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      • ja..so sah es für mich aus..aber ich glaube, nun handeln sie alle in eine Richtung. Gestern erklärte Frau Schwesing den Bürgen in MeckPom, warum an in den ländlichen Gebieten keinen Bock auf Schulschließung hatte. Dort gab es noch keine Infektionen und daher war man der Meinung..sie müssen die Schulen die nicht schließen. Die Damen und Herren mussten erst davon überzeugt werden, dass es um Prävention handelt. zumindest hat jetzt der ganze Norden auch dicht gemacht. Vielleicht haben wir in 4 Wochen auch das schlimmste hinter uns und das normale Leben kann wieder zurück kehren.

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      • ich kann immer nur wiederholen: das virus klopft nicht an und macht vor keinen landesgrenzen halt. mein gott, viele unserer politiker haben studiert und müssten das intellektmäßig erfassen!
        sowieso gucken wir bei den zahlen der infizierten ca. 10 tage in die vergangenheit…

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  3. ich versuche ja wirklich überall das Positive zu sehen, aber hier… Es gibt etwas Positives: Unsere Gesellschaft muss Verzicht üben. Das freut mich für diejenigen, die meinen immer alles mitnehmen zu müssen. Ich bin nicht neidisch. Aber zwangsweise mal einen Gang runterschalten tut all denen gut, die in ihrem Freizeitkonsumstress-Hamsterrad festgeschnallt sind.

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