Wenn das Beste hinter einem liegt

Die besten Gedichte schrieb ich, als ich so wenig wie möglich darüber nachdachte, was denn ein gutes Gedicht ausmacht. (Freilich war das meine eigene Beurteilung die nicht unbedingt mit den Bewertungen der Leser(innen) korrelierte – die hatten eher eine andere Erwartungshaltung an ein Gedicht.)
Den besten Sex hatte ich mit Frauen, mit denen ich nicht darüber reden musste. Wir machten es einfach. Wir ergaben uns (ohne viel Federlesen) gemeinsam unseren Zärtlichkeiten und Leidenschaften. (Ich weiß freilich nicht, ob die Frauen es ebenso empfanden.)
Die besten Freundschaften waren immer jene, die ohne Vorwürfe auskamen – ganz egal, was für einen Mist man gebaut hatte. (Leider kamen dann doch irgendwann die Vorwürfe.)
Die besten Zeiten, die ich hatte, waren die der Verliebtheit, und die schlimmsten, wenn die Liebe in die Brüche ging. (Und so geht es weiter und weiter und weiter…)
Die besten Jobs waren die, die ich nicht als Arbeit empfand. (Man darf ja mal träumen.)
Die beste Musik ist die, die mich auf unergründliche Weise an meiner Seele packt… und ich mich in ihr spiegeln kann. Das gilt auch für andere Kunst. (Wahnsinn, wie ambivalent ich teilweise bin!)
Die besten Tage sind die, in denen mir scheinbar Flügel wachsen. (Klar, wenn ich verliebt bin, aber auch wenn ich auf meinen Fahrradreisen ganz bei mir die Fremde erlebe.)
Die besten Dinge sind jene, die neben ihrem Nutzen auch noch schön anzuschauen sind und möglichst lange halten. (Da ich nicht gerade viele Beziehungen zu Menschen unterhalte, rücken Dinge in den Focus wie beispielsweise mein geliebtes Fahrrad.)
Das beste Essen ist das, was mit Liebe zubereitet wurde (selbst dann, wenn es nicht sonderlich schmeckt).
Die beste Liebe war die zu meinen Eltern, weil sie meine Eltern waren. (Wie soll ich es anders sagen?)
Die beste Zeit habe ich, glaube ich, hinter mir. (Ich bin Realist.)

 

18 Gedanken zu “Wenn das Beste hinter einem liegt

  1. Dann sehe ich zwei Möglichkeiten, entweder du lebst nach deiner „realistischen Vorstellung“ und deine Zunkunft wird genau so. Oder aber, du möchtest eine ‚andere Zunkunft‘ und gestaltest sie dir !
    Vieles im Leben hat man selbst in der Hand, oder ?

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    • Nein, viele Stunden jeden Tag verbringe ich mich zwangsweise z.B. am Arbeitsplatz, einfach um insgesamt halbwegs würdevoll leben zu können.
      Ich bin gefangen in diesem System… Ebenso wie du und (fast) jeder andere.

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  2. Du bist intelligent und solltest vielleicht nicht gleich mit „dicken Titten“ auftrumphen: Ich kenn deinen wahren Wert jetzt und du bist mir wertvoll. Aber was soll ein fremder und einsamer Mann denken, wenn er das liest: „Dicke Titten“. Ich etwa mag gar keine dicke Titten. Mann denkt: Dicke Titten – dickes Mädchen.

    Würd ich mal überdenken. Ich mag dich und sag dir das deshalb .. dein Sven 🙂

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