Sternenstaub

Vorm Aufstehen einen 90minütigen Vortrag zu den astronomischen Voraussetzungen für intelligentes Leben reingezogen. Prof. Lesch referiert. Etwa in der Mitte nicke ich wieder ein und träume von einer Klassenfahrt mit Lesch als Lehrer, und der labert und labert… Mein Gott, denke ich, wo nimmt er nur die Energie her? Und dazu so witzig! So spricht er z.B. von der Inkontinenz des Mars, der seine Atmosphäre nicht halten kann, und von der erektilen Dysfunktion des Menschen in der bemannten Raumfahrt, der seit 50 Jahren keinen mehr hochkriegt, also so richtig hoch, wenigstens bis zum Mond. Haha! Der hätte mal meine Morgenlatte sehen sollen…
Schließlich führt er das anthropische Prinzip an: Jedes intelligente Lebewesen, welches ist, kann sich selbst nur dort vorfinden, wo intelligentes Leben möglich ist (John Leslie). Ich ergänze: Also im Pub. Das Ende des Vortrags kriege ich nicht mehr mit, weil meine Blase drückt und ich mich als ausreichend ausgeschlafen betrachte. Ich höre noch, wie Lesch sagt: „Und das ist wahrscheinlich der schönste Satz meines Vortrages: Der Mensch besteht zu 95% aus Sternenstaub.“ Ich reibe mir die Augen und wanke zum WC. Dann lasse ich hier mal etwas Sternenstaub…

Weihnachten ist rum, und die Sonne lacht. Doch der nächste menschliche Irrsinn steht bereits vor der Tür. Über Sieben Milliarden Menschen weltweit lassen es krachen, nennen es Silvester. Was denken sich wohl intelligente Besucher von anderen Sternen, wenn sie das sehen. Ehrlich, ich schäme mich für meine Miterdbewohner. Liebe Außerirdische, es ist nicht das, wonach es aussieht. Es ist ein alter Brauch. Wir verabschieden das alte Jahr und begrüßen das neue. Völlig harmlos. Also fast. In Berlin bunkert man sich am Besten ein. Die Berliner übertreiben es ein wenig. Sie saufen und haben sich nicht mehr unter Kontrolle. Eigentlich sollte fürs Knallen wie im Straßenverkehr eine Promillegrenze gelten. Es gibt einfach zu viele Menschen, die geistig zum Saufen nicht befähigt sind, oder es nicht lernten. Ich weiß, wovon ich rede. Nichts Schlimmeres als Kneipengäste, die blöd werden, weil sie nicht saufen können. Man sollte „Gepflegtes Trinken“ als Pflichtfach in der Schule einführen, das würde diese alkoholischen Auswüchse reduzieren. Hätte mir vielleicht damals geholfen. Aber nun ist`s zu spät… Auch die Einführung eines „Sauf-Zertifikates“ könnte helfen. Das müsste dann für alle über Vierzehn Pflicht sein und alle zwei Jahre wiederholt werden. Am besten in der Kombination mit einem Erste-Hilfe-Kurs.
Ich merke schon, ich stecke voller guter Ideen heute. Prinzipiell glaube ich ja an die Intelligenz des Menschen. Wenn da nicht diese Ausreißer nach unten wären… Die müssten wir noch in den Griff kriegen, das wäre einen Asbach Uralt wert! Haha!
Ich kann mir gut vorstellen, dass Prof. Lesch auch gern mal einen hebt. Es sei ihm gegönnt. Immer und immer wieder uns Dumpfbacken das Universum erklären, macht bestimmt mürbe. Ich würde sehr gern mit ihm gepflegt einen trinken gehen. Wir sind gar nicht so weit auseinander, ich meine in Jahren. Und wenn wir dazu meinen Hausarzt einladen, können wir zur Auflockerung eine Runde Skat kloppen…, bevor die geistigen Getränke wirken.

 

2 Gedanken zu “Sternenstaub

    • sicher ist es in allen großstädten in etwa gleich schlimm. kommt auch drauf an, in welchem viertel man wohnt. hier ist quasi krieg auf den straßen. habe mich silvester immer eingebunkert, seit ich in berlin lebe.
      diesmal bin aber über silvester nicht da. etwas aus der schusslinie in meiner alten heimat. dort werde ich aber auch kein silvester feiern. ich mag so viel trubel allgemein nicht.

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