Die Straße

Was für ein knackig blauer Himmel über den Dächern! Ich traue mich gar nicht hinzuschauen. Gott sei Dank steht die Sonne zu tief, um direkt in die Bude zu scheinen. Ich befinde mich noch zu sehr im Erkältungsbluesmodus. Ich muss mich an die ungewohnte Helligkeit erst herantasten.

Nebenbei: Endlich mal ein Blick aus dem Fenster ohne geparkte Autos! Sieht gleich ganz anders aus. Parkverbotsschilder säumen den Straßenrand. Sehr wahrscheinlich werden sie im Laufe des Tages das Herbstlaub wegsaugen. Schade, dass die Litfaßsäule weg ist. Dafür stehen überall auf dem ausladenden Bürgersteig E-Scooter herum.

Sehr ungewohnt, zu Zeiten in der Bude zu hocken, wo ich mich sonst durch den Büroalltag schlage. Ich erinnere mich an das Schwänzen des Unterrichts zu Schulzeiten. Ein Stück Freiheit grinste mich an solchen Tagen an. Sehr schön zum Träumen. Rückblickend würde ich sagen, dass ich mein Leben verträumte. Vor allem, was die Liebe angeht. Schön war`s trotzdem. Also manchmal – bevor mir die Realität einen bitterbösen Strich durch die Rechnung machte. Ich befand mich abwechselnd auf beiden Seiten der Straße. Auf der Opfer- und Täterseite.
Einen Heiligenschein habe ich in Sachen Liebe sicher nicht. Auch sonst nicht.
Mein Leben war zwischenzeitlich like Kopfsteinpflaster.

 

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