Kontakt

Er steht seit Monaten im Regal. Wird Zeit, dass ich ihn verkoste. Ein Zurück gibt`s nicht mehr. Sieht aus wie Pisse. Den ersten Schluck habe ich schon hinter mir – etwas gewöhnungsbedürftig für meine an Bier und Wein gewöhnten Geschmacksknospen. Aber ich will Glen Buchenbach nicht gleich abhaken. Wäre auch seltsam, wenn ich schlagartig zum Whisky-Fan würde. Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Whiskeysorten habe ich nicht. Ich glaube, ich nippte nur ein einziges Mal an einem Whiskycola. In Erinnerung blieb mir ein widerlicher Käsefußgeschmack. Also, ein déjà gouté habe ich schon mal nicht. Oder doch?! – ich rieche nochmal… Es ist nur viel länger her, reicht zurück in meine Kindheit… Als Kind naschte ich übermäßig Süßigkeiten, was freilich Karies förderte. Die Löcher in den Zähnen folgten auf dem Fuße. Wenn ich dann über tierische Zahnschmerzen klagte, fabrizierte meine Mutter einen in einer Tinktur getränkten Wattebausch in das Loch des kranken Backenzahns. Dass die Tinktur ein alkoholisches Getränk war, wusste ich alsbald – und nun bin ich sicher, dass es sich um Whiskey handelte, der mich damals benebelte und den Zahnschmerz schnell verfliegen ließ. Mit der Zeit gefiel mir dieses Gefühl gut. Ich biss solange auf den Wattebausch, bis nichts mehr aus ihm rauszuholen war… Genaugenommen fing damit meine Trinkerkarriere bereits im smarten Alter von 4-5 Jahren an.

Das Whiskyglas steht leergesüffelt auf dem Schreibtisch. Soll ich nachgießen? Nein, ich gehe es besser langsam an und mache mit Bier weiter. Das Zeug steigt einem wirklich schnell zu Kopfe.

12 Gedanken zu “Kontakt

  1. Das war bei uns auch so, mit dem Wattebausch. Aber in meinem war nicht Whiskey, sondern so ein russisch ausgesprochenes „Adekollonn“ (Eau de Cologne), es war glaub Rasierwasser oder Parfüm, was ich dann im Mund hatte, gegen Karies, meine Eltern nannten das halt Adekollonn. Hatte als Kind öfters mal ein Loch im Backenzahn und Zahnschmerzen. Lag aber weniger an den vielen Süßigkeiten, vielmehr hab ich mir als Kind sehr ungern die Zähne geputzt. Inzwischen gehts, watt mutt datt mutt, gell.

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    • rasierwasser und parfum – da kann ich ja richtig froh darüber sein, dass meine mutter whisky nahm.
      zähneputzen war damals zweimal am tag. darauf achteten meine eltern. aber was heißt das schon bei kindern. sicher putzte ich auch nicht immer gründlich.
      nein, bei mir waren es definitiv die süßigkeiten. ich war regelrecht süchtig nach süßigkeiten….
      die eine sucht geht, die andere kommt. prost!

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  2. Habe keinen Bezug zu dem Zeug. Ist mir auch zu stark. Da bleibe ich lieber bei Wein und Bier. Als Kind bin ich sehr nachlässig mit meiner Zahnpflege umgegangen. Glücklicherweise hatte das keine Auswirkungen in Form von Karies.

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    • Die wenigsten Kinder putzen sich regelmäßig und sorgfältig die Zähne.
      Mit Karies habe ich schon lange keine Probleme mehr. Dafür Paradontitis. Zur Zeit geht’s mit den Zähnen…
      Hochprozentiges war noch nie mein Fall. Höchstens mal in Longtrinks oder Cocktails. Diesen Glen Buchenbach kaufte ich mir interessehalber trotzdem. Na ja, ich denke, er wird noch ein gutes Weilchen auf meinem Regal stehen, wenn ich nicht irgendwann Besuch von einem passionierten Whisky-Trinker bekomme.

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      • Soll ich mich einladen? 😁 Früher war ich ein absoluter Whisky-Freak (als meine Leber und mein Sozialleben noch funktionierten). Am liebsten schottische Single Malt Whiskys von der Insel Islay – echte Geschmacksbomben! Ich hatte in meiner gut sortierten Hausbar immer mindestens vier oder fünf schottische Whiskys im Anbruch… Das waren Zeiten! Einmal habe ich mich in den schottischen Highlands von einer Destillerie zur nächsten gesoffen. Zwanzig Jahre her…
        So einen deutschen Whisky würde ich glatt mal probieren wollen. Auch wenn sich Deine Beschreibung eher abschreckend anhört. Grüße!

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  3. Ich liebe Whiskey. Hätte ich früher auch nicht gedacht, aber seit einer Verkostung vor ungefähr 2 Jahren bin ich ein Fan. Grad habe wir einen 25 Jahre alten Glenfarclas geschenkt bekommen. WIe der schon duftet.. nach Früchten, nach Sherry… ich könnte stundenlang dran riechen. Getrunken wird bei uns höchstens ein „halber“ Whiskey, also sehr sehr wenig. Reicht mir. Für einen Anfänger würde ich einen „Akashi White Oak“ empfehlen. Der Japaner ist sehr mild, riecht nach Frühling und Bergsee 😉 Naja. In meiner Fantaise halt, mein Lieblngswhiskey.

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