Da war ich

Ich war an meinem erklärten Reiseziel verflucht dicht dran, also musste ich den letzten Schritt auch noch tun, zumindest um ein paar Postkarten zu kaufen und Fotos zu schießen. Von Sopot, wo ich zuletzt für drei Nächte mein Zelt aufschlug, waren es etwa 15 Kilometer bis in die Danziger Innenstadt. Zuerst einmal wollte ich am Bahnhof mein Rückreiseticket kaufen. Danach schmiss ich mich ins touristische Gewimmel. Grausig…, fast wie in Heidelberg (meine alte Heimat) nur zwei Dimensionen größer und noch voller – ich wollte nach Danzig, und jetzt war ich in Danzig. Okay, es gibt dort wirklich viel Sehenswertes zu knipsen, und in den Seitensträßchen fand ich einige Plätze mit Liebreiz – mehr nach meinem Geschmack. Ich unternahm also an beiden Tagen meines Aufenthalts je einen Ausflug in die Stadt. So war ich wenigstens beschäftigt. Ein Problem am Ende einer solchen Radreise ist eine gewisse Starre, in die du verfällst. Plötzlich gibt es kein Ziel mehr – da ist kein Weg mehr, den du bewältigen musst. Du schlappst in der Fremde umher, und die Einsamkeit setzt sich wie ein fetter Sumoringer auf deinen Brustkorb.
Nach einer Stunde in einer Schlange am Ticketschalter des Bahnhofs machte ich mich auf die Suche nach dem eigentlichen Zentrum. Ich war noch nicht besonders weit, als vor mir eine Rockerkneipe auftauchte. Ich konnte nicht umhin, mich erstmal auf die Terrasse zu setzen und ein paar Zywiec zu süffeln, die dort favorisierte Biermarke, ansonsten auch Tyskie. Aus einem Außenlautsprecher tönte ZZ Top. Ich hatte Zeit.

 

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am Bahnhof

2 Gedanken zu “Da war ich

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