Zwischenstaging

Mit den Büro-Hühnern komme ich zurzeit ganz gut klar. Ich würde sogar sagen, dass ich sie ins Herz geschlossen habe – ähnlich wie damals die Alten im Altenheim. Dass ich in ihrer Mitte angekommen bin und auch in Sachen Tumordokumentation einige Fortschritte machte, sehe ich an den Neuen, die sich wie ich damals durch einen dichten Wald von Fragezeichen zu kämpfen haben, während ich die Tumorfälle mit meiner erfahrenen Kollegin inzwischen auf Augenhöhe diskutiere. Nein, ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – ganz durchsteigen werde ich in diesem Job wohl nie. Man muss nicht alles haarklein verstehen. Sowieso kommt ein gewisses Verständnis ganz von allein. Einfach am Ball bleiben… Das größte Wissen nutzt nichts, wenn man`s nicht kapiert und daraus keine Lehren ziehen kann. Ich halte unsere überbordende Wissensgesellschaft für äußerst verwirrend und belastend für den Einzelnen. Alles wird durcheinander geschmissen. Kein Schwein blickt mehr durch. Jeder hockt auf der Insel seines seeligen Spezialwissens und spricht in Sieben Siegeln. Überhaupt wird viel zu viel gequatscht (vor allem aneinander vorbei). Unglaublich dieser tagtägliche verbale Dünnschiss!
Was ich aber sagen wollte: Auch wenn ich weit davon entfernt bin, dass mir die Arbeit Spaß macht, habe ich mich doch unleugbar ein Stück weit akklimatisiert. Viel mehr muss gar nicht sein. Wenn ich mich dann noch privat von der Trennung erhole und ein paar nette Bekanntschaften mache, kann ich mich als rettungslos glücklichen Menschen betrachten.

2 Gedanken zu “Zwischenstaging

  1. ↗️🔝⤴️✔️ Es geht aufwärts – sehr schön. Ich freu mich tatsächlich immer, wenn ich irgendwo höre, dass es jemanden wieder besser geht, dass jemand vorankommt, ein Erfolgserlebnis hatte (manche sind dann ja eher neidisch)… Jede Verbesserung zum Guten ist ein kleiner Sieg gegen den universellen Trübsinn und die Agonie auf dieser Welt. Und es wird tatsächlich allgemein zu viel gelabert – mache ich hier und jetzt ja auch gerade… 😉 Schönes Wochenende!

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    • ich meine das gelabere, welches einem total auf den geist geht… so wie eine bohrmaschine im stockwerk obendrüber. und davon gibt es einfach zu viel…
      geht es mir besser? keine ahnung. aber ich hatte in den letzten tagen so ein paar minuten, wo ich dachte: „unglaublich, ich fühle mich wohl oder gar glücklich.“ – was ich wahrscheinlich der reltativ entspannten situation an meinem arbeitsplatz verdanke… und den menschen dort.
      an der trennung werde ich trotzallem noch eine gute weile zu knabbern haben… aber dingsbums wurde auch nicht an einem tag erbaut.

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