Durch den Wind

Die ersten Kilometer hatte ich Glück mit dem Wind. Ich hatte ihn im Rücken. Er beflügelte mich an diesem tristen Vormittag, und der Regen peitschte mir nicht ins Gesicht. Schließlich erreichte ich das Eidersperrwerk, eine fulminante Schutzvorrichtung gegen Sturmfluten an der Eidermündung. Als ich hin zur See blickte, sah ich einen schwarzen Wolkenvorhang näherkommen. Der Regen wurde heftiger. Unterhalb der Schutzmauer lag ein Lokal mit einem Andenkenladen. Kaum hatte ich es erreicht, ging das Unwetter los.
Ich wärmte mich in der Gaststube auf und blickte hinaus auf das aufgepeitschte Wasser der Eider. Die Gastleute waren sehr freundlich. Als der Wind draußen meinen Bock mitsamt Gepäck, dass ich für den Halt nicht abgenommen hatte, umschmiss, machte mich der Wirt darauf aufmerksam und half mir beim Aufrichten und Sichern des Fahrrads. Eine gute Stunde verweilte ich dort, bis das Schlimmste vorüber war.
Auf der Weiterfahrt hatte ich den Wind gegen mich. Das war heftig. Ich strampelte wie ein Ochse, und kam doch nicht voran. Wenigstens regnete es nicht mehr, und sogar die Bewölkung riss stellenweise auf. Als ich endlich St. Peter Ording erreichte, war ich ganz schön durch den Wind…
Es war erst gegen 15 Uhr. Ich konnte das Zelt im Trockenen aufstellen. Bei diesen Windverhältnissen gar nicht so einfach. Muss ziemlich komisch ausgesehen haben, wie ich mit dem Zelt kämpfte.

 

eider-sperrwerk

st-peter-ording1

zelt-steht1

von oben nach unten:
am Eidersperrwerk – Pause – Geschafft!

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