Es bleibt nicht aus

Frauen betrügen ihre Männer mit mir, und irgendwann bin ich dann an der Reihe. Ein ewiger Ringelreih und Lügensumpf in Sachen Liebe. Was hatte ich mir vorgestellt? Dass der Tanz diesmal bei mir aufhört? Alles wiederholt sich, und man darf es im Laufe der Jahre aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Mal als der Neue, und mal als Hahnrei. Freilich kann es Frauen genauso gehen. Die Geschlechter stehen sich in Sachen Untreue in nichts nach, auch nicht im Erfinden von Ausreden. Kommt es zum Schlussakkord, wird dem Gehörnten die Schuld zugewiesen, dass erst sein Verhalten zur Abtrünnigkeit des Partners bzw. der Partnerin führte. Oder man streitet schlichtweg alles ab und wirft dem anderen kompromittierendes Verhalten vor. Ich erlebte Frauen in dieser Hinsicht als äußerst erfindungsreich, berechnend, heimtückisch und egoistisch. Natürlich bin ich auch nicht ohne Fehl, aber niemals derart hinterfotzig. Meine Ehrlichkeit gereichte mir im Leben nicht gerade zum Vorteil. Ich weiß, dass ich mich ab und zu zum Narren mache. Ich sehe die Dinge eben relativ ungeschminkt.
Niemand kommt umhin, in einen der Scheiße-Tröge zu fassen, welche auf dem Lebensweg positioniert sind. Kein Mensch bleibt sauber. Es tut mir sehr leid, wenn ich anderen Unrecht tue. Was weiß ich schon von meinen Mitmenschen?
Am besten zieht man auf eine einsame Insel. Dort bleibt man von alldem unbeschadet…, – wird vielleicht von einem Krokodil gefressen, dem man deswegen nicht böse sein kann.

5 Gedanken zu “Es bleibt nicht aus

  1. Hallo Bo.,

    du hast was entscheidendes übersehen und einen Impuls ignoriert.

    Der Neue unterliegt jetzt auch dem Verfallsdatum.

    Manchmal sind Menschen permanent auf der Flucht, obwohl sie nicht allein sein können.
    Es gibt viele Gründe für permanent wechselnde Partnerschaften u.a. auch die Flucht vor sich selbst.
    Aber alles was ich jetzt zu deuten versuche unterliegt auch nur einer Spekulation.

    Hurra… das Wochenende ist da !!! Darüber kannst du dich hoffentlich freuen 😉

    LG La We

    Gefällt mir

  2. ich würde es nicht immer als flucht sehen, wenn man sich trennt. und moralisch mag da jeder seine eigenen vorstellungen haben. ich ärgere mich über meine eigene blödheit… ich machte mir vor, dass diese frau mich liebt. dabei verhielt sie sich sich schon lange konträr, verbarg ihre wahren gefühle und absichten.
    egal. wie viel wut kann man in sich haben… lange her, dass ich mit einer liebe derart schiffbruch erlitt.
    wird wohl ein frommer wunsch sein, dass es beim nächsten mal besser klappt. hoffentlich aber am ende nicht so demütigend und schmerzhaft. der ringelreih geht weiter.

    wochenendgruß nach rostock!

    Gefällt mir

    • Hallo Bo.,
      ist wie ich schon schrieb, Flucht , alles nur eine Vermutung. Ich kam drauf, weil O. verheiratet ist und fern der Heimat lebt und arbeitet, Die Kinder sind auch kein Argument für sie, mit ihnen ein gemeinsames Leben zu führen. In ihrer Heimat würde sich bestimmt auch einer guten Job zu finden sein, um bei der Familie und den Kindern bleiben zu können. Daran ist sie aber nicht interessiert.
      Aber nichts genaues weiß man nicht.

      Blödheit will ich das nicht nennen, was dich geleitet hat. Da steckt auch eine große Sehnsucht dahinter, die jedem Menschen inne wohnt. Und wenn diese sich angesprochen fühlt, reagiert sie auch. Die Sehnsucht nach Liebe hat schon viele Menschen zum Opfer werden lassen. Mann oder Frau wurden schon Opfer ihrer eigenen Sehnsucht.

      Solange du dich noch gedemütigt fühlst, wirst du die Rolle die O. spielte, nicht erkennen können. Auch, was dein Interesse an sie geweckt und für dich so anziehend für dich gemacht hat.

      Ich frage mich, ob der Schritt, deine Heimat zu verlassen um in Berlin ein komplett neues Leben zu starten, dir trotz alledem gut getan hat, oder siehst du diesen Schritt ohne O. heute anders?

      LG La We

      Gefällt mir

  3. hm. hm. hm. freilich kriegte mein umzug nach berlin durch die trennung einen bitteren beigeschmack. aber das verlassen meiner heimat bereue ich nicht. ich wollte das schon lange. und als es mit basel und kärnten nicht klappte, war ich sehr froh, als es endlich mit berlin gutging. die erste zeit schien ja alles in butter.
    nun verbinde ich freilich berlin mit dieser missglückten liebe. das ist unschön, aber andererseits ist berlin groß genug, um ein paar plätze zu meiden und sich nicht über den weg zu laufen. auch bietet berlin jede menge ablenkung, die ich woanders nicht so hätte. nein, ich akklimatisierte mich ganz gut in dieser stadt… und jetzt, wo ich hier ein neues berufliches standbein aufbaute, will ich erstmal gar nicht fort. es wird nur schwer für mich werden, bekanntschaften und freunde zu finden. dazu braucht es geduld. ich bin zum einen ziemlich eigen und auch nicht der kontaktfreudigste. in meiner alten heimat gab es allerdings auch kaum noch menschen, mit denen ich engeren kontakt pflegte.

    o. wurde in russland als akademikerin (und dozentin) total mies bezahlt. sie wäre immer finanziell von ihrem mann und ihren eltern abhängig gewesen. sie hatte dort ausserdem nicht die möglichkeiten, sich in ihrem fach weiterzuentwickeln. ich bewunderte ihren ehrgeiz und ihren willen, diesen schritt weg von ihrer heimat und familie zu wagen. sie ist eine lebenslustige person, die leben will. in russland wäre sie unweigerlich eingegangen. dass darunter die kinder leiden…, ist freilich nicht ganz von der hand zu weisen. auf der anderen seite hätten die kinder aber auch nichts von einer unglücklichen mutter, die bei ihnen zuhause ist.
    nein, in dieser hinsicht machte ich ihr nie vorwürfe. im gegenteil. sie ist sehr mutig. und solche menschen bewundere ich. möglicherweise ergibt sich die möglichkeit, dass sie eines ihrer kinder nach berlin holen kann… aber gut, das tangiert mich jetzt alles nicht mehr.

    doch ich war blöde. ich konnte ihr nicht geben, was sie brauchte. ich erkannte die zeichen nicht, die sie mir gab. ich verpasste den moment…
    klar, auch sie agierte zunehmend egoistisch. sie fühlte sich zurückgewiesen… leider konnten wir das auseinanderdriften unserer seelenlagen nicht aufhalten.

    Gefällt mir

    • Hallo Bo.,
      dein letzter Absatz erklärt das Ende der Beziehung. Der Prozess lässt nur sehr schwer aufhalten, weil jeder mit seinen „Erwartungen“ in eine Beziehung geht und daran hängt. In der Regel münden Erwartungen fast immer in Enttäuschungen. Am Anfang sieht man nur auf die Gemeinsamkeiten und später nur noch das Trennende. In der Zwischenzeit hat man versäumt, etwas Verbindendes zu schaffen. Manchmal verbinden gemeinsam durchlebte Krisen mehr, als gemeinsame Unternehmungen.
      Ich wünsche dir eine schöne Woche
      LG La We

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s