Südlicher als der Südpol

Südlicher als der Südpol geht nicht. Stephen Hawking hat recht. Es kann kein Vorher geben, wenn die Raumzeit aus dem Nichts heraus startete. Ebenso verhält es sich mit unserem Leben. Vorher gab es mich nicht, und danach wird es mich nicht geben. Ich komme aus dem Nichts und gehe dahin zurück… Ich habe ein gutes Verhältnis zum Nichts. Wenn ich mir überlege, mit wieviel nichtigen Dingen ich mich Tag für Tag beschäftigen muss. Dann doch lieber gar nichts tun. Ich liebe es, einfach nur rumzusitzen und mir Gedanken um nichts zu machen. Ich sehe das als eine Form der Emanzipation von den Automatismen, Selbstverständlichkeiten und Traditionen an, in denen wir alle wie in einem Sumpf feststecken. Viele merken das gar nicht, oder wollen es nicht wahrhaben. Ihr Interesse an unabhängiger geistiger Erkenntnis hält sich in Grenzen. Schade, denn ich mag Diskussionen mit Menschen, die ihren eigenen Kopf haben.
Ich weiß, viele behaupten, einen eigenen Kopf zu haben, sind aber bei genauerer Prüfung (eingebildete) Blödiane und ziemlich weit davon entfernt. Zu dieser Gruppe gehöre ich hoffentlich nicht (- mit der Selbsteinschätzung ist das bekanntlich so eine Sache).

Heute Mittag zur Aussprache mit O. verabredet. Am Potsdamer Platz in einer Gaststätte. Süffiges bayrisches Bier gibt`s, und vor allem hat man seine Ruhe. Es war mein Wunsch. Ich will endlich wissen, woran ich bin. Eine vierjährige Beziehung schüttet man nicht einfach wie eine abgelaufene Konserve ins Klo.
Ganz schön bitter das Ganze. Große Hoffnung hege ich keine. Aber es wäre gut, wenn sie mir ihre Beweggründe näher erläuterte. Auch will ich gern wissen, wie sie sich die Beziehung zu mir unter den neuen Gegebenheiten vorstellt.

Warum platzt das ganze Universum nicht einfach wie eine Seifenblase? Warum muss sich alles endlos wiederholen? Auch die Varianten leiern sich mit der Zeit aus. Wozu so viele Tage leben, wenn man den Unsinn in einer einzigen hellen Sekunde erfassen kann?

Ich frage mich, wie O. mich lieben konnte.

5 Gedanken zu “Südlicher als der Südpol

  1. Ich bin auch ein Freund des praktizierten Nihilismus… Ich glaube übrigens, dass Frauen überwiegend angepasster, gefälliger, funktionaler, pragmatischer, fleißbeseelter und oberflächlicher sind als solche kantigen, kauzigen, eigensinnigen, off-mainstream Typen, wie wir – deshalb ist das mit den Beziehungen und deren Haltbarkeit immer so eine Sache… 😉 Grüße!

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  2. was weiß ich schon von frauen… stimmt allerdings, dass ich mit den wenigsten philosophieren konnte.
    außer mit meiner mutter komischerweise. auch nur eine zeit lang in meiner kindheit/jugend.

    ich glaube, frauen finden so typen wie mich eine zeit lang interessant, vor allem als gegenpol zu ihrer spießigen ehe, in der sie noch stecken, bzw. aus der sie gerade ausbrechen wollen.
    nach einer weile kehren sie dann zurück… nicht unbedingt zu ihren männern, aber ins gewohnte muster.

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  3. Es ist ja auch ein großer Luxus, Zeit zum Denken zu haben. So richtig schafft man es erst im Alter, wenn man nicht mehr schaffen muss, für niemand sorgen, einfach sein kann. Und trotzdem genug zum Leben hat.
    Ich bin immer erstaunt über diejenigen, die meinen, sie müssen sich an allem beteiligen und von anderen unbedingt wahrgenommen werden. Vielleicht taugen Frauen eher zur Gruppenzugehörigkeit und auch die nötige Angepasstheit dazu. Grins, der Mann, der einsame Wolf.
    Aber sehr viele sind unglücklich, ohne es zu wissen, weil sie halt Normen erfüllen möchten
    Ich drücke mal die Daumen, dass O. und du das Gespräch und das Bier dazu richtig genießen könnt.

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    • danke. mal sehen. ich kann und will mich nicht ganz aus der welt ausklammern.

      zeit zum denken (also das denken mit sich selbst) nahm ich mir immer. sogar schon als kind. so identifizierte ich mich als person, als individuum… in einer fragestellung zu der welt, in die ich hineingeboren wurde.
      das hat zur folge, dass ich bis heute etwas schwer von begriff bin, weil ich mich skeptisch gegenüber dem zeitgemäß proklamierten wissen stelle. heute wie gestern. natürlich lehne ich nicht alles ab…, aber sehr vieles erscheint mir suspekt. um z.b. eine karriere im beruf zu machen, muss man wesentlich angepasster sein.
      und was die frauen angeht… sie halten sich als mütter, die sie meist sind, doch lieber am gesellschaftlichen mainstream. das verübele ich ihnen gar nicht. ich kann auch ein stück weges mit ihnen gehen (und sie auch mit mir), doch früher oder später ist absehbar, dass wir auseinanderdriften…

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