Das Müllproblem

Voll der Herbst jetzt. Tauben sitzen auf den kahlen Ästen. Ich suche die Krähen. Na gut, dann eben nicht. Ich schlurfe durch die Wohnung von Fenster zu Fenster. Der Nachbar von gegenüber ist im Hof beschäftigt. Zum Hobby hat er ein Geländemotorrad, an dem er herumbastelt, und das er mit seinem Kombi an den Wochenenden zu einer Motocross-Strecke transportiert. Jedenfalls sieht`s danach aus. Ich bleibe im Halbschatten des Zimmers. Ich starre auf das hässliche Bild der Müllcontainer, die überquellen. Aufgeplatzte Säcke und Tüten stehen daneben. Zwei Wochen wurde der Müll nicht abgeholt. Der Servicemann vom Abfallunternehmen sagte mir am Telefon, das Tor zum Hof sei abgeschlossen gewesen. Ich rief die Vermieterin an, die sich wunderte, dass die Müllmänner keinen Schlüssel hatten. Sie werde sich darum kümmern, sagte sie. Nun gut. Montag ist Abholtag, morgen ist Montag.
Ich warte auf O.. Sie ist noch bei ihrer taiwanesischen Freundin, die gestern Geburtstag feierte. Wir wollen zum „Bazaar Berlin“. Ich war schon ewig nicht mehr auf einer Messe. Bunt und international wird`s sicher. Na mal sehen. Hauptsache, ich kriege dort irgendwo was zu trinken.
Es regnet nicht. Wäre aber auch wurscht, denn ich kaufte mir einen Parka, das fehlende Glied zwischen leichter Regenjacke und Mantel. O. simst, dass sie schon in der U-Bahn ist. Gut. Ich schlurfe in die Küche, schenke mir einen Gin-Tonic nach und schaue raus auf den Scheiß Müll – hoffentlich ist der morgen weg.

2 Gedanken zu “Das Müllproblem

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