Nicht Hinschauen

Die Februarsonne blinzelt zu mir ins Zimmer. Ich sitze träge am Schreibtisch. Die fünf Nachtwachen stecken mir noch in den Gliedern. Wie immer winkt das „Lethargie-Loch“. Es will mich in seinen Bann ziehen. Vielleicht hilft etwas Schreiben. Nur was?
Die Sonne scheint, aber in meinem Kopf ist Nebel.
Was für ein komisches Wort ist eigentlich „Mensch“?
Ich stehe kurz auf und strecke mich. Mein Gott! Fühlt es sich so an, wenn man alt wird?
Ich drehe die Musik lauter. Es läuft die CD „The Joshua Tree“ von U2.
Das Sonnenlicht flackert im Takt. Die Zweige zittern. Der Nebel in meinem Kopf tanzt.
Tagträume zurück in vergangene Zeiten. Die Achtziger waren meine besten Jahre.
Ich bin meine eigene Moorleiche, wie ich hier am Schreibtisch kauere.
Die Musik tönt unüberhörbar von vergangenen Zeiten. Ich sehe als Bild Hände, die auseinander rutschen. Hände, die ich liebte. Für immer begraben.
Ich habe Sehnsucht nach einem streichelnden Paar Hände.

Gedanken sind wie Schwebeteilchen, und das Bewusstsein ist die Lampe, die sie anleuchtet.
Ich warte. Auf was warte ich? Scheiß Lethargie! Nun hat sie mich doch erwischt.
Fuck!

Da ist noch was: Mein Gesicht spiegelt sich im Bildschirm des Notebooks. Das kann einem den Tag versauen. Nicht Hinschauen klappt nicht immer.

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