„Ah“

Die halbe Nacht liefen Dokus über die Entstehung des Weltalls, die String Theorie, Schwarze Löcher etc.. Wenn mir das Gucken zu anstrengend wird, kuschele ich mich gern in meine Kissen und lausche dem klugen Gequatsche, bis ich einschlafe. Die Phänomene des Universums kann ich mir auch wiederholt reinziehen. Ich bin total fasziniert davon – vielleicht weil es so gigantisch ist. Und niemand weiß wirklich, wie alles zusammenhängt. Da hocken wir Menschen auf diesem kleinen, blauen Planeten Erde, sausen um die Sonne herum, schauen in den Nachthimmel und wundern uns.
Fuck, und da sitze ich am Computer. An einem stinknormalen Wintertag. Die Sonne scheint. Sie ist zauberhaft – wie eine schöne Frau, die lächelt. Tausende schöne Frauen gehen in der Stadt shoppen und kommen lächelnd mit Tüten voller Klamotten und Schuhen aus den Boutiquen und Kaufhäusern. Der Alltag ist banal. Er schluckt die ganze Faszination. Ich mittendrin, auf einer Nussschale der Verlorenheit. Jedenfalls fühlt es sich so an.
Zwischen Himmel und Erde ist eine ganze Menge Mist. Zu viel.
Ich verstehe die Welt nicht. Vor allem verstehe ich uns Menschen nicht. Mir fehlt die Begeisterung für das Karussell der Banalitäten. Ich muss mir den Mist erträglich trinken … Stimmt, das klappt nicht besonders gut. Meistens werde ich wütend. Am Liebsten verfluche ich die Autos. Sie sind riesige Schaben auf Rädern. Überall fahren und stehen sie. Selbst auf den Gehwegen.
Fuck! Ich bin falsch programmiert. Aber ich reiße mich zusammen.
Eines schönen Tages wird ein Asteroid auf der Erde einschlagen und alle Träume und Einkaufstüten wie Seifenblasen platzen lassen. Wir werden gerade noch kurz „Ah“ sagen können, bevor wir zu Asche zerfallen. Die ganzen menschlichen Banalitäten werden mit uns in Rauch aufgehen – die Traditionen, Religionen, Ideologien und Idiotien wie der Kapitalismus …
Ich schaue aus dem Fenster. Hinunter auf die Straße. Hinüber zum bewaldeten Berghang. Die Sonne steht im Januar immer noch tief. Ich kneife die müden Augen zusammen, öffne das Fenster und lasse die kühle, frische Luft in mein Zimmer …*
(*Scheiß Autoverkehr!)

6 Gedanken zu “„Ah“

  1. Das Karussell der Banalitäten dreht sich immer schneller. Und je schneller es sich dreht, desto mehr johlen die, die darauf ihre Runden drehen und sie können von den Blödheiten gar nicht genug bekommen.

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